Whistleblowing

whistleblowing.ch

Altes Wissen für eine neue Beratung

Beitrag von Heiner Dübi, Inhaber der CARDUN AG, Begründer der Spiralrhetorik™ Beratung & Coaching & Supervision, Winterthur

Liebe Besucherin, lieber Besucher
Sie lesen die Zusammenfassung der ehemaligen Websites www.cardun.ch und www.whistleblowing.ch. Dieser Themenbereich mit 25-jähriger Erfahrung ist neu in www.spiralrhetorik.com integriert. Das Skript ist auch als pdf zum Download eingefügt. Sie befinden sich bereits auf der neuen Beratungswebsite der CARDUN AG. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Whistleblowing

A: Definition

Menschen werden erst dann zu Whistleblowern (Hinweisgebern), wenn sie öffentliche Stellen in Anspruch genommen haben. Voraus gegangen sind oft vergebliche Versuche, intern auf unfaire, unlautere oder illegitime Praktiken oder Risiken aufmerksam zu machen. Solange Sie nicht an die Öffentlichkeit gelangen, jedoch Kenntnis über unfaire Praktiken oder Zustände im aktiven, fachlichen, sozialen und ethischen System Ihrer Organisation haben und diese ansprechen, sind Sie keine Whistleblowerin oder kein Whistleblower, sondern Kritikerin oder Kritiker.

B: Vermeidung von Whistleblowing

Um Whistleblowing zu vermeiden, empfehlen wir Organisationen wie Unternehmungen oder Verwaltungen etc. sogenannte Risikoboten auszubilden. Auf ihre Aufgabe kommen wir zu sprechen.

C: Persönliche Kompetenzen

Will ein Mensch an die Öffentlichkeit gelangen und sich als Whistleblower outen, benötigt er folgende überdurchschnittliche Voraussetzungen und Eigenschaften (die im Durchschnitt auch für Risikoboten gelten):

•    Eine überdurchschnittliche Konfliktfähigkeit (die Begabung, Recht zu behalten statt Recht zu
      haben),
•    Eine überdurchschnittliche Zivilcourage (eine hohe Selbstachtung mit dem Gefühl, dazuzugehören)
      und
•    Eine überdurchschnittliche, innovative und kreative Ungehorsamkeit/Epikie) (die Fähigkeit, gegen
      die Grenzen einer Systemmoral zu verstossen oder diese zu verlassen, ohne sich und andere
      unnötig zu verletzen).

Insbesondere braucht ein Mensch, mit der Fähigkeit ein Whistleblower zu sein, ein Entfaltungs- und Entwicklungsbedürfnis, die es ihm emotional erlauben, eigene Schwächen loslassen zu können, um selber alle Regeln der Fairness zu eigenem und fremden Nutzen zu leben, diese Fairnessregeln wo immer einzuhalten, um im Verlauf des Vorgehens - nach etlichen Güterabwägungen - selbst einmal unfair gegen Unfaire zu sein, um es dann wieder dabei zu belassen und selber nicht daran zu zerbrechen. Diese Professionalität und Techniken des Whistleblowings setzen sich zusammen aus spürender Entscheidung, fühlender Argumentation, denkender Erkenntnis und diskursiver Führung. Alles sind Professuren und Techniken, die gelernt werden können. Die CARDUN AG hat in den letzten 25 Jahren eigene Tools dafür entwickelt, die als neue Beratung in der Spiralrhetorik™ integriert sind. Sie können in Seminaren und Kursen gelernt und im Coaching vertieft werden. Wir bieten auch Beratungen an, wenn Sie sich zum Whistleblowing hingezogen fühlen oder als Whistleblower*in an die Öffentlichkeit treten wollen.

D: Vorbereitung

Zusammen mit unseren Kunden führen wir eine sorgfältige Güterabwägung durch und prüfen geeignete andere Wege als den des Whistleblowings, bevor es zur Entscheidung kommt. Geprüft werden sowohl der Sachverhalt wie auch

•    die Ausbildung Ihres eigenen Urteilsvermögens,
•    Ihre selbst-realisierte Beherrschung der authentischen Auftrittskompetenz,
•    die Integration der eigenen Emotionalität sowie der verschiedenen Lebenswelten in die eigene
      Persönlichkeit (insbesondere auch die Sexualität),
•    die eigene Konfliktfähigkeit, Toleranz und Selbstachtung,
•    Ihre nur begrenzte Verwundbarkeit für Kritik und Misserfolg sowie
•    Ihre Bereitschaft, sich in den Möglichkeiten der vorgegebenen Grenzen zum eigenen und fremden
      Nutzen zu entfalten und entwickeln.

E: Prävention

Eine weitere Möglichkeit, die wir Führungskräften empfehlen, sind

•    interne und externe Risikoboten in die Unternehmenskultur zu integrierten,
•    diese vor unfairen Attacken zu schützen, damit
•    notwendiges Whistleblowing bereits im Keim entwurzelt - d.h. unter adäquaten Voraussetzungen
      eliminiert werden kann
•    Whistleblowing als solches unter adäquaten Voraussetzungen der Illegalität oder Illegitimität
      überführt werden könnte.

Mit der Beauftragung und Schulung eines internen Risikoboten können Unternehmer ihr Unternehmen präventiv

•    vor unfairen, illegitimen und illegalen Praktiken bewahren,
•    Whistleblowing vermeiden
•    zu Fairness neigende Menschen anziehen,
•    (potenzielle) Whistleblower vor unfairen Attacken schützen sowie
•    das Image und die Reputation (www.reputation-image.ch)der eigenen Organisation, Unternehmung, Verwaltung etc. erfolgreich im Markt und in der Gesellschaft platzieren.

F: Risikobotenschulung

Erste Schulungsthemen für auszubildende Risikoboten mit ausgewählten Menschen oder Coachinggruppen können sein: Faire Prinzipien, faire Prozesse, faire Strategien und faire Kommunikation in der Unternehmung.
Solche Präventionen ermöglichen oft, Burnout, Konflikte, Krisen und Mobbing in Organisationen zu vermeiden, was das Risiko für ein Güter abgewogenes Whistleblowing minimiert und eine Entspannung bewirkt.

G: Wirkursache und Gegenstand von Whistleblowing

Wichtig zu wissen ist, dass Whistleblowing immer in einem System entsteht und nie von einzelnen Menschen verursacht werden kann. Whistleblowing ist im innersten Kern ein eindeutiger Fall von Führungsversagen unter Nichteinhaltung des heute rechtlich gültigen Corporate Governance. Whistleblowing kann nur mit dem Ansatz einer Systemveränderung oder mit der Zulassung von Risikoboten rechtzeitig gelöst oder (präventiv) verhindert werden. Die CARDUN AG kann auch für eine Supervision hinzugezogen werden, um ein Güter abgewogenes Whistleblowing von Illegitimität zu unterscheiden.

Während die Illegalität und Legalität einer Handlungsweise durch das geltende Recht und seine Auslegung klar definiert werden, sind der dauernde und schwierige Gegenstand von Whistleblowing mit den Fragen zu klären:

•    welche Motive, Kompetenzen, Professuren und Techniken (Arbeitswerkzeuge) machen ein legitimes
      Whistleblowing
aus und
•    sind die Handlungsweisen oder Verhaltensweisen einer Führerschaft oder einer Organisation als
      System
illegitim oder legitim?

H: Zusammenfassung

Wer die Voraussetzungen für ein güterabgewogenes, legitimes Whistleblowing überzeugend eliminieren will, darf keine Angst vor diesem Geschick und kein Angebot dafür haben. Wer Whistleblowing in seinem gesamten System verhüten will, soll in erster Linie eine gehörige Portion an Selbstkritik und kritische Distanz gegenüber seinen eigenen, subjektiven Wertvorstellungen und persönlichen Interessen aufbringen. Es geht nicht darum, Whistleblowing zu verhindern, sondern im inneren und äußeren Umfeld des eigenen Unternehmens Strukturen zu schaffen, die einen ethisch begründbaren professionellen Dissens unter Menschen, Personal, Teams, potenziellen Whistleblowern und Risikoboten zulässt.

Da alle wesentlichen Entscheidungen in Unsicherheit stattfinden, gibt es immer Risiken. Ausgebildete Risikoboten nehmen Einfluss auf den Überzeugungstransfer der Entscheider.

Mit dem Diskussionsprozess, den ausgebildete  Risikobote im Auge haben, laden sie Führungskräfte, Mitarbeiter, Vorstände, Verwaltung- und Aufsichtsräte ein, für sich selbst ein moralisch-ökonomisches Problem zu analysieren und auf einen rational-ethisch-ökonomischen Kurs zu bringen.

Die Kraft des Erkennens und allfälligen Umdenkens, die Risikoboten in den entscheidenden Gremien professionell und ausdrucksvoll kommunizieren, motiviert die beteiligten verantwortlichen Menschen, in verbalen Interaktionen zumeist gesellschaftsgewohnte Fehler zu vermeiden. Risikoboten können ausgewählte Menschen, Vorsitzende, Sitzungsleiter, Mitarbeiter, Vorgesetzte, externe Teilnehmer, Verhandlungspartner oder auch Modertoren, im Konfliktfall auch Mediatoren sein. Sie helfen durch überlegte und beherrschte Kommunikationsstrategie bei der Mehrheit der Entscheidträger den Irrtum zu vermeiden wie

•    die Überzeugung, wenn Menschen verschiedene Thesen vertreten, seien sie zwangsläufig
      verschiedener Meinung,
•    die Idee, Meinungen müssten polarisiert werden,
•    Lösungen müssten dogmatisiert werden oder der Anschein der Besserwisserei müsste dem andern
      unterstellt werden,
•    Formen des aggressiven Gegeneinanders führten zu besseren Entscheidungen,
•    "Ja, aber" und "weil"-Spiele könnten aufgrund ihrer unvollständigen Argumentation bessere
      Resultate erzielen,
•    Themen, die nicht durch gemeinsames Nachdenken, sondern nur durch Hinschauen gelöst werden
      können, sollten dennoch diskutiert werden,
•    zu frühe Kompromisse sollten beschlossen werden, auch wenn wesentliche Aspekte nicht gesehen
      oder geklärt worden sind.

I: Kompromissentscheidungen

Kompromisse sind einzig dann sinnvoll, wenn

•    moralische und funktionale Verbesserungen im Sinn einer Mehrzielentscheidung konkurrieren oder
•    aufgrund einer nicht mehr ökonomisch-rationalen Vorgabe risikofreudiges und risikoscheues
      Entscheiden
der Entscheider aufeinander treffen.

Solche Entscheidungen müssen aber in einem fortlaufenden technischen Diskurs begleitet und situativ verändert werden, damit sie nicht Systemimmanent werden

J: Konsensfindung

Auch wenn das reale Gespenst Whistleblowing niemals aus der Welt zu schaffen ist, so ermöglichen Risikoboten, dass unfaire Praktiken und Image schädigende Risiken über die Führungslinie ihrer Organisationen vor dem Gang an die Öffentlichkeit gelöst werden. Manager, die sich die Technik des Risikoboten zu eigenen machen oder mindesten einen ausgebildeten Risikoboten in entscheidenden Teams integrieren, um einen Erkenntnisprozess auf faire Weise mitgestalten und haushalten,

•    schaffen stabile Handlungserwartungen in ihrem Unternehmen,
•    legen sich selbst bewusst moralische Standards im internen Diskurs mit andern fest,
•    schaffen ethisch-ökonomische Anreize für andere Mitarbeiter,
•    lassen keine Leichen im Keller zurück,
•    stellen die Weichen für einen langfristigen Unternehmenserfolg und
•    verunmöglichen Whistleblowing, abhängig davon, dass ihnen kraft ihrer persönlichen
      Kompetenzen die Reputation gelingt.

Nebst dem professionellen Umgang mit internen Hinweisgebern, schützen Risikoboten neben dem Image ihres Unternehmens und der selbst eigenen Reputation auch potenzielle Whistleblower, die mit dem Gang an die Öffentlichkeit, also dann wenn sie als Hinweisgeber extern Alarm schlagen, sich - oft unprofessionell - einem hohen Risiko aussetzen und das Image einer Institution schädigen.

K: Integration von Whistleblowing in die Spiralrhetorik™

Whistleblowing

Die Grafik zur Integration von Whistleblowing und weiterem alten "Wissen für eine neue Beratung" in die Spiralrhetorik™ steht Ihnen hier zum Download bereit.